Leserbrief zum „Radfahren gegen die Einbahnstraßen“

Presse

Von Arnold Weber Stadtverordneter der SPD-Fraktion

Die Umsetzung des Radfahrens gegen die Einbahnstraße kann durchaus sinnvoll sein, wenn sich die Risiken für die Verkehrsteilnehmer dadurch nicht erhöhen. Dafür gibt es positive Beispiele in dieser Stadt. Es sind aber auch nachweislich Gefahrenpunkte entstanden, die eine Rücknahme dieser scheinbar radfahrerfreundlichen Maßnahme für dringend geboten halten. Nun zu Schwanheim: Nach meiner Wahrnehmung wird von vielen Bürgerinnen und Bürgern in Schwanheim das Radfahren gegen die Einbahnstraßen mit Kopfschütteln quittiert und als purer Aktionismus empfunden. Dass der auch von mir geschätzte Kollege Heuser nunmehr so ganz kritiklos diese Maßnahme befürwortet, darf verwundern, denn auch im Ortsbeirat beurteilt man diese flächendeckende Einführung im Frankfurter Westen sehr differenziert, und dazu gehören auch seine Parteifreunde. Die Ortsbeiräte waren, wie viele Bürger auch, darüber empört, dass ohne vorherige Absprache mit ihnen, praktisch in einer Nacht- und Nebelreaktion, sehr aufwendig Piktogramme auf die Straßen gemalt und somit Fakten geschaffen wurden. Die Empörung der Ortsbeiräte hatte zur Folge, dass die Verwaltung im Nachhinein zugestand, dass noch begründete Einwendungen eingebracht werden könnten.

Diese Chance nutzten die Ortsbeiräte, allerdings erfuhren sie dann aus der Presse, dass das Radfahren gegen die Einbahnstraße ohne Veränderung durchgesetzt werde. Spätestens jetzt darf man feststellen, dass es überhaupt keine ehrliche Absicht gab, diese Maßnahme mit den örtlichen Mandatsträgern abzustimmen. Man muss kein Fachidiot sein, gelegentlich genügt der gesunde Menschenverstand zur Beurteilung von Vorgaben, die möglicherweise am Reißbrett und nicht vor Ort entschieden wurden.

Ich glaube nicht, dass es in Schwanheim einen kommunalpolitischen Mandatsträger gibt, der mehr auf dem Fahrrad zu sehen ist als ich. Deshalb erlaube ich mir auch die Kritik aus der Perspektive des Radfahrers. Ich halte das Radfahren gegen die Einbahnstraße in der Eifelstraße, in der Vogesenstraße von Alt Schwanheim bis Eifelstraße, in der Alt Schwanheim, Hegarstraße und in der Hans-Pfitzner-Straße von An der Wildhube bis Hugo-Wolf-Straße nach wie vor als sehr gefährlich und kann die Nutzung, insbesondere auch für Schulkinder und Jugendliche, nicht empfehlen. Besonders die Kreuzungsbereiche sind gefahrenträchtig für alle Verkehrsteilnehmer. Bisher lief der Radwegverkehr in Schwanheim ohne nennenswerte Probleme und zwar auch deshalb, weil das Straßennetz genügend Alternativen in nächster Nähe aufzeigt.

Übrigens, die Absicht Herrn Heusers, über eine künftig zu verbessernde Verkehrssituation in Schwanheim diskutieren zu wollen, ist zu begrüßen, wenn gute und ernstgemeinte Vorschläge auch wirklich aufgegriffen werden, bevor man unumstößliche Fakten geschaffen hat, wie z.B. beim Schwanheimer Unterfeld. Auch wir, die Sozialdemokraten, werden uns einbringen. Man könnte schon jetzt für ganz Schwanheim eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 km/h einführen und dies an den Zufahrtsstraßen sichtbar machen, zumal jetzt bereits nur noch ganz wenige Straßenzüge von der 30 km/h-Beschränkung ausgenommen sind. Diese Maßnahme würde, bei sporadischer Überwachung, zu mehr Sicherheit führen und den Schilderwald in Schwanheim minimieren.

Auch das Anwohnerparken in Schwanheim ist diskussionswürdig, weil nach wie vor doch viel Parkraum in Straßen unserer Wohnquartiere durch Flugreisende in Anspruch genommen wird.

Nun noch eine Schlussbemerkung: Auch in einer Koalition sollten sich vor allem der stärkere Koalitionspartner nicht einer gänzlichen Kritiklosigkeit unterwerfen.

Arnold Weber
Stadtverordneter der SPD-Fraktion

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